Ärger und Frust über die aktuelle Spieltagsansetzung

Endlich veröffentlicht die DFL die lang ersehnte genaue Terminierung der Spieltag 7 bis 14, schon herrscht in der Fanszene Ärger und auch Frust: von 8 Spieltagen spielt die Borussia  gerade 2x an einem Samstag, davon lediglich 1x mit dem anno dazumal üblichen Anstoß um 15:30 Uhr, 1x freitags und 5x sonntags, davon 4x zu Hause.

 


„Wenigstens dann zu Hause“ mag man denken. Doch wer darüber froh ist, vergisst zum einen die gegnerischen Fans, die zum Teil weit anreisen müssen, und zum anderen unseren eigenen Anhang: denn in der eigenen Fanszene kommen bekanntermaßen nicht wenige auch zu Heimspielen aus weiter Ferne. Warum die Spielen sonntags für uns zu allem Übel statt um 15:30 Uhr auch noch überwiegend um 18 Uhr angesetzt werden, setzt dem ganzen die Krone auf. Über das Spiel im 500 km (!) – entfernten Freiburg am Freitag Abend um halb Neun (!) braucht man überhaupt nicht zu diskutieren. Wenigstens ist man hier so ehrlich und spricht von Interessen bei der TV-Vermarktung.


All das ist ein Schlag ins Kontor, zumal weder Borussia noch die jeweiligen Gastvereine im Europapokal vertreten sind. Dabei hatte man sich die Sonntage v.a. für die Europa League – Teilnehmer zurechtgelegt, um ihnen NACH dem europäischen Wettbewerb einen Tag mehr Ruhe zu gönnen. Neu ist nun das Argument, den EL-/CL-Teilnehmern VOR der Partie in Europa einen Tag mehr zur Regeneration zu gönnen. Zwar zeigt Max Eberl Verständnis für eben diesen Ansatz, denkt er dabei global an die Liga, sicher aber auch an Borussia, da sie eines Tages selbst wieder in einer solchen Situation sein könnte. In der aktiven Fanszene gibt es jedoch kritische und verständnislose Stimmen. Sie wünschen sich von Borussia einen klaren Protest gegenüber der DFL, denn die aktuellen Interessen der Borussia, vor allem aber die ihres mitreisenden Anhangs, werden einmal mehr mit Füßen getreten. Borussia selbst wird bei geringere Auslastung deutlich weniger Zuschauereinnahmen generieren: Sonntags ist die Bude halt nicht so voll wie an Samstagen. Die Fans hingegen trifft es besonders hart: wie sollen Fanclubs da ihren Touren planen? Wenn sie überhaupt fahren, dann ist eine Tour in jedem Fall mit mehr Kosten und auch mehr Urlaubstagen verbunden. Völlig unnötig, wie wir finden.


Die Konsequenz des neuen Gedankens ist nun, dass man Mannschaften finden muss, die die Lücke sonntags füllen, Mannschaften, ohne Belastung im Europapokal. Doch ist dies wirklich notwendig? Wir wollen dem am Beispiel des 8. Spieltages auf den Grund gehen: Weshalb kann man zum Beispiel hier nicht Leverkusen gegen H96 auf den Sonntag (21.10.)  legen? Die Werkself spielt zu Hause  und anschließend am Donnerstag, den 25.10.,  in Zürich. Sie hätte damit immerhin noch 4 statt 5 Tage zwischen den Spielen. Das ist für eine englische Woche doch völlig in Ordnung. Die Auswärtsfans aus Hannover hätten an besagtem Sonntag zudem ihrerseits noch Möglichkeiten, mit dem Zug nach Hause zurückzukommen. Noch auffälliger ist Frankfurts Heimspiel gegen Düsseldorf am selben Spieltag. Auch Frankfurt könnte zu Hause sonntags antreten, hätte dann ebenfalls 4 Tage bis zum Heimspiel (!) gegen Apollon Limassol. Bei der jetzt vorgenommenen Terminierung liegt also fast eine ganze Woche zwischen zwei Heimspielen der Eintracht! Kurios: die Borussia hat selbst 5 Tage bis zum nächsten Spiel in Freiburg, da sie ja, wie erwähnt dort schon am Freitag antreten muss.


Die Mannschaften ohne Europapokalteilnahme sind also indirekt die Leidtragenden. Der Fehler liegt in den Anfängen der TV-Vermarktung. Denn kaum jemand stellt sich noch die Frage, warum man an einem normalen Wochenende ohne europäischen Rahmen überhaupt sonntags spielen muss? Ein Topspiel der 2. Liga würde doch prima passen. Und wer denkt eigentlich noch an den Amateurfußball? Nein, all das ist in Schieflage geraten, und die Spieltagszerstückelung schreitet munter voran – Salamitaktik eben. Jeder Aufschrei bei jedem neuen Scheibchen, so auch diesem hier, verpufft ohne Konsequenz, ohne Rückbesinnung auf die Zuschauer, die auch mal eine Partie mitentscheiden können, nämlich die Fans IM Stadion.  Und so bleibt trotz aller Erklärungsversuchen und dem Bitten um Verständnis abschließend festzustellen: die Interessen derjenigen Fans, die Ihr Team im Stadion unterstützen, insbesondere derer, die treu und voller Leidenschaft und trotz Widrigkeiten noch immer zu einem fernen Auswärtsspiel fahren wollen, bleiben einmal mehr auf der Strecke, im wahrsten Sinne. Sie haben keine Lobby. Vor allem in Frankfurt interessiert sich niemanden für die Alles- und Vielfahrer. Hier wird ein weiteres Stück Fankultur zerstört. War in diesem Sommer nicht was? Kam der Schwesterorganisation DFB nicht gerade zur Erkenntnis, es mangele ihr an Fannähe? Wer glaubt gerade nach der letzten Terminierung schon daran, dass sich da irgendwann etwas ändert?



Am Rande sei eine weitere Neuerung erwähnt:
Statt Rücksichtnahme verlangt die DFL sogar noch mehr von den Fans und allen die mit Planung von Fahrten und Karten zu tun haben: Seit Neuestem muss der Gastverein dem gastgebenden Verein das erforderliche Kartenkontingent bereits 6 Wochen vor dem Spieltag melden. Ein Hohn, wenn die genaue Ansetzung von der DFL selbst erst 4 Wochen vor dem Spieltag bekanntgegeben wird. So musste man beispielsweise als VFL auf Verdacht Karten und die Tour nach München planen, ohne zu wissen, wann das Spiel nun stattfindet. Die ausweichende Taktik, gleich das ganze Wochenende zu blocken und Unterkünfte zu buchen, war bei gleichzeitig stattfindendem Oktoberfest schlicht nicht finanzierbar. Herzlichen Dank auch!