Ich hoffe, dass ich nüchtern bin morgen

Drei, sechs oder neun Punkte hinterm Tabellenführer, zweiter oder dritter nach der Hinrunde. Egal wie es auch ausgehen mag: wir haben eine tolle Hinrunde erlebt mit einem Rekord in der Heimbilanz: acht Siege in acht Spielen bei 23:3 Toren. Und auch insgesamt tritt die Mannschaft ganz anders auf als noch in der vergangenen Saison.


Auf dem Platz präsentierten sich die Jungs hin und wieder meisterlich, die Nordkurve hingegen gab ein gemischtes Bild ab. Dabei ließ sie es gleich zum Saisonstart gut angehen, zeigten die Aktionen beim ersten Heimspiel, die einen neuen Aufbruch im Miteinander und in Sachen Stimmung erzeugen sollten, doch tatsächlich die gewünschte Wirkung. Im weiteren Verlauf wurde es dann phasenweise jedoch wieder ruhiger, erstaunlich bei dem, was sich auf dem Platz abspielte. Sind wir in der  Nord jetzt auch schon satt? Man mag es kaum glauben, zumal es auswärts oft ganz anders aussieht. Traditionell machen weniger Schlachtenbummler in der Ferne oft schon mehr Alarm als alle Dauerkartenbesitzer im BORUSSIA-PARK zusammen. Der Unterschied fällt dieses Jahr aber besonders auf. Lasst uns in der Rückrunde vor allem auch im PARK mal einen Draufpacken!


Morgen geht es aber erst einmal nach Westfalen. Gut 8.500 Borussen können sich auch in Deutschlands größtem Stadion ordentlich Gehör verschaffen, ein entsprechender Spielverlauf vorausgesetzt. „Bei 80.000, davon 10.000 aus Gladbach: das wird eine tolle Atmosphäre werden“, so Dieter Hecking. „Ich hoffe, dass ich nüchtern bin morgen…“  antwortete er auf die Frage, ob man ein Spiel in der Konstellation auch als Fußballfan mitnimmt oder, ob man ganz nüchtern da ran geht aus Sicht eines Trainers. „Auch als Trainer hat man so ein Highlight nicht oft. Ein toller Abschluss einer für uns bislang sehr guten Vorrunde, die wir auch noch gerne krönen wollen.“


Das erste Aufeinandertreffen mit Lucien Favre wird beide Seite, sowohl auf dem Platz als auch auf der Bank, ausreichend motivieren. Das erste Treffen beim Testspiel in Rottach-Egern gegen Nizza vor eineinhalb Jahren war herzlich, und auch morgen „freuen wir uns alle, aber nicht mehr“, so Max Eberl. „Es ist nichts mehr Besonderes.“ Die Borussia reist mit einigen Verletzungssorgen an, vor allem in der Defensive ist die Personaldecke dünn. Bei den Schwarzgelben sieht es hinten nicht anders aus. Mal sehen, wer die Misere besser kompensieren kann.


Offensichtlich werden bei Dortmund zum Ende der Halbserie die Beine schwer, die Niederlage im Düsseldorfer  Rheinstadion kam zumindest unerwartet. Die gewohnte Klatsche für uns könnte also ausbleiben, im Gegenteil: der Tabellenzweite könnte den Tabellenersten noch einmal richtig schön ärgern. Mental sind wir in jedem Fall im Vorteil: wir haben unser Soll längst erfüllt, Dortmund wird versuchen, die Auswärtsschmach wettzumachen. Verlieren wir, wird sich in Anbetracht der Historie niemand wundern. Borussia kann also unbeschwert und selbstbewusst  aufspielen. Mit Konzentration und einem gewissen Fortüne könnte man sogar das ein oder andere Auswärtspünktchen mitnehmen. Wie es auch ausgehen mag, ist es, wie es ist: Es gibt nur eine Borussia!


Das InfoMobil des FPMG ist in Dortmund nicht vor Ort. Bitte beachtet die Infos, die die Fanbeauftragten zusammengetragen haben, und hier vor allem die Abfahrtszeiten des zusätzlichen Zuges der Deutschen Bahn. Darüber hinaus werden die regulären Züge mit begrenzten Kapazitäten unterwegs sein. Wir wünschen Euch eine gute An- und Abreise!