Wir sind ein einig Volk von Brüdern...

... und selbstverständlich auch Schwestern. Die Derbys 2015/2016 sind gespielt. Sportlich ist die Waagschale ausgeglichen. Innerhalb der Fanszene ist allerdings einiges gerade dabei aus dem Gleichgewicht zu geraten. Daher ist es wichtig mit einen kleinen Abstand noch mal auf das große Ganze zu schauen. Das ist nämlich unsere Rolle. Mit diesem Thema möchte ich beim Rückblick auch direkt anfangen.

  

Im gesamten Umfeld des Fußballs gibt es inzwischen eine Menge Beteiligte mit ihren Eigeninteressen. Da gibt es Borussia, das Fernsehen, die Polizei, die Verbände UEFA, DFL und DFB, die Werbepartner und uns, die Fans. Allerdings nicht in einer Monokultur, in der jeder Fan „gleichgeschaltet“ ins Stadion geht, sondern als eine „bunte“ Fanszene mit vielen Gesichtern, was unsere einzigartige Fankultur ausmacht. Wir als FPMG beanspruchen nach über 25 Jahren aktiver Arbeit „von Fans – für Fans“ die Rolle der unabhängigen Partei in dieser vielfältigen Welt.

 

Interessanterweise wird uns aber latent vorgeworfen, wenn man die gleiche Position hat, wie eine der Interessensströmungen, dass wir dann unsere Unabhängigkeit verloren hätten und uns von anderen Beteiligten steuern ließen. Das ist mitnichten so! Bei uns spricht das Fanherz aus der Seele und wir diskutieren intern immer leidenschaftlich darüber, was das Beste für Borussia und unsere einzigartige Fankultur ist. Das war 2011 so, als wir die Motive von Effenberg entlarvten und der sportlichen Führung um Max Eberl das Vertrauen schenkten. Das war zur Beginn dieser Saison so, als wir den Telekom-Cup mieden, da uns unsere traditionelle Saisoneröffnung dadurch gestohlen wurde. Das war beim Derby-Hinspiel so, als wir aufgrund der Ungerechtigkeit der Strafe für uns und der überzogenen Einmischung der Politik mit auf die Straße gegangen sind. Auch nun beim Rückspiel war es das Fanherz, dass gesagt hat: Die Kölner haben einen anderen Gedanken im Kopf, wenn über Fankultur gesprochen wird. Daher gab es keinen Grund, sich in irgendeiner Form zu solidarisieren, weil wir im Geiste aufgrund unterschiedlicher Auffassung bei dem Thema keine Brüder sind. Die fehlenden Plakate im Gästeblock am Samstag haben das eindrucksvoll gezeigt.

 

Nun ist das Derby vorbei und beim Blick auf das große Ganze nehmen wir wahr, dass plötzlich diskutiert wird, dass es nun innerhalb unserer Szene Gewinner und Verlierer gibt. Diese Diskussion stellt sich für uns nicht. JEDER ist Bestandteil unserer einzigartigen Fankultur und JEDER hat das Recht in besonderen Situationen sein Fansein im Rahmen des Borussen-Kodex auszuleben. Es gibt bei uns keine guten oder schlechten Fans. Es gibt eine Leidenschaft für Borussia, und das ist das, was zählt.

 

Also lasst uns nun gemeinsam die weitere Saison erleben mit der schönen Aussicht, uns auch im nächsten Jahr „in den Kneipen dieser Welt“ zu treffen und gemeinsam das alte Borussen-Lied anzustimmen „Boruss‘ bin ich und will es sein…“