Kehren neue Besen (immer noch) gut?

In früheren Jahren war - zumindest gefühlt - ein neuer Übungsleiter fast immer die Garantie für einen zumindest kurzfristigen Aufschwung bei den zumeist abstiegsbedrohten Clubs, die sich zu einem Trainerwechsel durchgerungen hatten. Es gibt sogar Trainer, die ihre Engagements regelmäßig ihrem Ruf als „Retter“ verdanken. Dass es mit einem derartigen Image bei den Kovač-Brüdern erst einmal nichts wird, dafür kann der VfL am morgigen Samstag im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt sorgen.


Lag es an den lautstark zu vernehmenden „Armin raus“-Rufen beim erneut eher mäßigen Auftritt der Eintracht beim Heimspiel gegen Aufsteiger Ingolstadt? …In jedem Fall sah man sich bei der SGE nach dem Abrutschen auf den Relegationsplatz offensichtlich zum Handeln gezwungen. Das zweite Engagement von Ex-Borusse Armin Veh am Main innerhalb weniger Jahre endete durch die Anwendung der im Fußball geltenden Gesetze: Keine Punkte, keine Argumente, Ende. Für ein paar Trainingseinheiten durfte Co-Trainer Reiner Geyer ran, danach gab der Verein die Verpflichtung von Niko Kovač als neuer Cheftrainer bekannt. Bruder Robert Kovač wird Co-Trainer.

In für Frankfurter Verhältnisse nicht untypischer Manier ist die Presse ob des Trainerwechsels gleich voller Euphorie: „Kovac-Einstand macht die Fohlen scheu“ ist in der Hessenschau zu lesen, „Echte Aufbruchstimmung“ wittert die Frankfurter Neue Presse. Ob die Mannschaft das ähnlich sieht, bleibt abzuwarten, denn die stand bis zum Schluss bedingungslos und wortgewaltig hinter dem alten Trainer. Dass Toptorjäger Alex Meier auch morgen verletzungsbedingt fehlen wird, dürfte den Frankfurtern auch nicht unbedingt in die Karten spielen.  
 
Blendet man die mit einem Trainerwechsel üblicherweise verbundenen „Turbulenzen“ einmal aus, bleibt mit der Partie gegen die Eintracht ein Heimspiel gegen eine Mannschaft, die mit dem Rücken zur Wand steht und gegen den Abstieg spielt. Gegen derartige Kontrahenten hat die Borussia sich in der Vergangenheit mitunter nicht leicht getan. Mit dem Kantersieg gegen den VFB Stuttgart hat sie jedoch eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass für Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel im Borussia-Park nichts zu holen ist, und das sollte auch morgen gegen 17.20 Uhr der Fall gewesen sein.

Mit 3.167 verkauften Tickets fällt der Auswärtsmob für SGE-Verhältnisse dieses Mal zwar erstaunlich klein aus, mit einem stimmgewaltigen Gästeblock dürfte allerdings trotzdem zu rechnen sein. Auch der Nordkurve wird deshalb morgen alles abverlangt werden. Also Leute, mittags die Stimmbänder ölen, warm singen und ab 15.30 Uhr Vollgas geben für Borussia! … Was dann aus der Eintracht wird, ist uns egal.