Suppexit verhindern

Europa zu verlassen ist spätestens nach dem Brexit keine neue Idee. Dahinter steht die Ansicht, alleine alles viel besser machen zu können als in der Gemeinschaft, wo man ja Rücksicht nehmen muss und in dem einen oder anderen Fall Kompromisse eingehen muss.


In unserer Fanszene wird seit Samstag heiß über einen "Suppexit" diskutiert. Die große Fan-Gemeinschaft wurde von den Ultras verlassen, und Europa ist dadurch in Gefahr! Da ich nicht beim Boulevard arbeite, verlasse ich nun den Bereich der unseriösen Meldungen und blicke mit Bedacht auf die aktuelle Entwicklung in unserer Szene.


Unser aller Ziel und Selbstverständnis ist es normalerweise, in der Kurve mit Leidenschaft für Borussia zusammenzustehen. Davon wurde in den letzten Tagen abgerückt. Eine Entwicklung, die wir nicht gutheißen. In den vielen Gesprächen der letzten Tage war eigentlich vereinbart, in der Sommerpause alles aufzuarbeiten, damit wir gestärkt und vor allem gemeinsam wieder in die neue Saison gehen.

Wie so oft bieten solche Themen, gepaart mit sportlicher Flaute, dem Boulevard nur Futter für die lang ersehnten negativen Schlagzeilen. Kein Wunder also, dass sich nun die Medien drauf stürzen. Nur eins ist klar: das FPMG hat einen klaren Blick auf die Situation und ist in alle Gespräche eingebunden.

Wie nicht anders zu erwarten, wird in der Öffentlichkeit vieles vermischt und in einen Topf geschmissen.

Ja, uns kotzt es an, wie wir die Chancen in den Pokalwettbewerben versemmelt haben.
Ja, uns kotzt es an, dass die Retortenvereine im nächsten Jahr europäisch spielen.

Dass wir selbst nächstes Jahr vielleicht nicht nach Europa fahren ist für alle die, die mit unserer Borussia die letzten 15-20 Jahre alle Höhen und Tiefen mitgemacht haben, jedoch kein Weltuntergang. Dafür sind wir schon seit Jahren Realist genug. Viel mehr Sorgen machen uns die Meldungen abseits des Spielfeldes. Die Tendenz zunehmender Gewalt unter dem Deckmantel Fußball verurteilen wir entschieden.

Das ist eine viel größere Baustelle, die wir gemeinsam angehen sollten.

Thomas Ludwig
1. Vorsitzender des FPMG Supporters Club