Hannover glänzte nur durch Härte

Das war die Überschrift über den Spielbericht zur Bundesligapremiere: Am 20. Oktober 1965 traf die Borussia zum ersten Mal in der Bundesliga auf Hannover 96, also gleich im ersten Jahr im Oberhaus. Endstand damals vor 25.000 Zuschauern:

 

2:0 für die Borussia durch Tore von Netzer (FE) und Laumen. Hennes Weisweiler schickte seinerzeit folgende Elf auf den Platz:

 


Manfred Orzessek
Albert Jansen, Berti Vogts, Walter Wimmer, Heinz Wittmann
Egon Milder, Günter Netzer, Rudolf Pöggeler
Jupp Heynckes, Herbert Laumen, Rupp


Wer sich für das damalige Geschehen interessiert: einmal „runterscrollen“! Und was passierte in den folgenden 52 Jahren?


In der Bundesliga ging Borussia gegen die Niedersachsen 29 Mal als Sieger vom Platz, 15 als Verlierer, 8 Mal trennte man sich schiedlich friedlich, die Heimbilanz dabei: 20-2-4. Ein Unentschieden gab es seit 18 Duellen nicht mehr, Borussia gewann drei der letzten vier Spiele. 3,27 Tore fallen im Schnitt bei Spielen gegen Hanoi. Die Niedersachsen sind als Aufsteiger allerdings hervorragend in die Saison gestartet, findet auch unser Trainer Hecking: „ist ne Einheit. Das merkt man in jeder Phase des Spiels.“ Da er vor den Toren Hannovers wohnt, bekommt er auch mit, „dass sie auch außerhalb des Platzes als sehr starke Einheit auftreten. Der Erfolg schweißt zusammen."


H96 startete übrigens nie besser in Liga, kassierte bislang mit 2 Treffen die zweitwenigsten Gegentore. Tore schießen nicht leicht gemacht, könnte man annehmen. Raffael könnte allerdings mit 2 Treffern seine 50 für die Borussia voll machen. Vielleicht eine zusätzliche Motivation, vielleicht erhält er auch Unterstützung von Vorspielgast Vince, dessen Kapselverletzung ausgeheilt ist. In seiner Vorjahresform könnte man ihn verdammt gut gebrauchen, schließlich war er Topscorer der Liga. Ob ihn Dieter Hecking bringt, wissen wir nicht. Das Abschlusstraining fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Und auf der gestrigen Pressekonferenz ließ er sich auch nicht in die Karten schauen. Es ist eher davon auszugehen, dass er seinem Stamm die Chance auf Rehabilitierung gibt als dass es Überraschungen gibt. Tobi Sippel wird wohl erneut im Kasten stehen, v.a. um bei Yann Sommer nichts zu überstürzen. Hecking hat „dabei null Bauchschmerzen“,  und wir auch nicht.


Was gibt es sonst noch zu berichten:

Vor dem morgigen Spiel findet in der Zeit von 10 bis 14 Uhr der JÜNTER Tag auf dem Trainingsgelände am BORUSSIA-PARK statt. Die Parkplätze (P4 und Messegelände) öffnen ab 08:30 Uhr.
 
Eigengewächs Julian Korb kehrt als Stammspieler mit Hannover zurück in den PARK und wird vor dem Spiel offiziell verabschiedet. Max Eberl freut sich über Julians Entwicklung und begrüßt seine Ehrung nach dem Einlaufen: „Gerade Eigengewächse von uns, die ja mittlerweile in Deutschland und in Europa ihre Fußstapfen hinterlassen, die mit uns in Verbindung gebracht werden, die haben es auch verdient.“
 
Im und am Bahnhof Rheydt erfolgt eine strikte Fantrennung.


Die aktive Fanszene Hannovers wird voraussichtlich nicht supporten. Vor drei Tagen richteten 90 Fanclubs einen offenen Brief an Martin Kind und seine Vorstandskollegen, nachzulesen bei faszination fankurve und beim ndr. Darin enthalten ist ein Fragenkatalog, u.a. mit Fragen zu Investoren, Markenrechten, Verkauf von Anteilen und dem 50+1-Antrag. Hannovers Ultras führen derzeit einen Stimmungsboykott durch (pro 50+1 Regel). In der Tat tut Kind alles, um Totengräber der Regel zu werden. Wir finden: geht gar nicht!



Das FanHaus öffnet übrigens gegen 11 Uhr mit DJ Micha an den turntables. Bei den Fanartikel haben wir Neuzugänge zu verkünden, unter dem Motto: „Mönchengladbach meine Stadt - mein Verein“. Schaut doch mal vorbei bei Ruud und seinem Team, im FanHaus oder am Infostand hinter der Nordkurve!

 

 



Hannover glänzte nur durch Härte

Spielerisch über dem Bundesligadurchschnitt und mit forschem Angriffsfußball hatten sich die Niedersachsen ins obere Tabellendrittel katapultiert. Davon war beim Auftritt in Gladbach allerdings wenig zu entdecken.


Eine gute halbe Stunde war bereits vergangen, als Rodekamp den ersten Torschuss der 96 anbrachte. Ansonsten gehörte Durchgang eins eindeutig den Gastgebern, bei denen Heynckes überraschend am rechten Flügel wirbelte, während Pöggeler im defensiven Mittelfeld aufräumte. Diese Maßnahmen und das bemerkenswerte Spiel von Milder und Netzer hinter den Spitzen ließen Gladbach eine klare Dominanz gewinnen. Da mit Podlasly aber der beste 96er zwischen den Pfosten stand und oft Endstation der flotten Fohlen-Angriffe war, blieb es bis zur Pause beim 0:0.


Mit vielfach übertriebener Härte versuchten die Hannoveraner nach dem Wiederanpfiff den Gladbachern den Schneid abzukaufen, schnitten sich letztlich jedoch ins eigene Fleisch. Als der ruppige und oft zu langsame Laszig Rupp von den Beinen geholt hatte, zeigte Schiri Ott auf den Punkt (51.). Netzers erfolgreicher Strafstoß sollte nicht der einzige Nackenschlag für die enttäuschenden Niedersachsen bleiben. Der leicht verletzte Laumen hatte in der 73. Minute einen glänzenden Soloauftritt, umfummelte mehrere 96er und schloss kaltblütig ab. Als dann eine Minute später nach einem überflüssigen Jansen-Foul am schnellen Bandura Laszig auch noch den fälligen Elfmeter verschoss, war Gladbach nicht mehr von der Siegerstraße abzubringen, denn nicht nur in Mittelfeld und Angriff spielten die Weisweiler-Jungs forsch, auch in der Abwehr herrschte stabile Disziplin.
Quelle: fussballdaten.de