Gastfreundschaft geht anders

Ach, wie schön wäre es, einfach mal wieder Fußball zu schauen, das Spiel, das wir bislang kannten und liebten: mit Anspannung, Aufregern, Tränen und Freude. Liegt es nun an der falschen Anwendung oder am Fehlen von Transparenz und eindeutigen Kriterien? Oder sind gewisse technische Möglichkeiten vielleicht gar nicht kompatibel mit dem Faktor Mensch und all seinen Fehlern?

 

Klar ist: der Videobeweis in seiner jetzigen Form, die vielen und langen Unterbrechungen, all das zerstört die Dynamik und alle spontanen Emotionen. Dabei sind sie es doch gerade, von denen der Fußball lebt und die ihn so besonders machen. An DFB und DFL: seht zu, dass ihr das wieder auf die Reihe bekommt!

 

Noch drei Pflichtspiele in neun Tagen haben Fans und Mannschaft nun noch bis zur kurzen Winterpause vor der Brust, eines zu Hause im Pokal und zwei zuvor in der Liga. Dort gilt es, den hervorragenden Tabellenplatz bis zur Winterpause zu festigen. Mit dem Tabellenfünfzehnten (HSV) und dem Tabellensechzehnten (Freiburg) stehen die Chancen dafür eigentlich nicht so schlecht. Eben: „eigentlich“. Denn ähnlich wie in der Autostadt ist für die Borussia an der Dreisam traditionell nicht viel zu holen: In 16 Auswärtsspielen, Liga zwei eingeschlossen, gelangen der Borussia hier lediglich 2 Siege, der letzte ziemlich genau vor 10 Jahren: am 10.Dezember 2007 stand es am Ende 3:1 durch Tore von Friend und 2x Rösler, Patrick Paauwe schoss ein Eigentor. Liegt es an der frischen Schwarzwaldluft und den oder dem Tannenzäpfle? Eine stichhaltige Antwort sucht man vergeblich. Die Borussia ist jedenfalls Freiburgs Lieblingsgegner zu Hause.

 

Beim kuriosen Auswärtssieg am gestrigen Sonntag setzte Christian Streich erfolgreich auf die müden Kölner Beine, die drei Tage zuvor noch ihr vorerst letztes Europapokalspiel bestreiten mussten. Dieter Hecking könnte nun selbst auf denselben Effekt setzen und hoffen, denn seine Mannen haben eben nun ihrerseits 20 Stunden mehr Zeit zur Erholung als die Badenser. Ehrlich gesagt ist die Spielansetzung allerdings ein Witz, nicht nur aus Freiburger Sicht.

 

Ein Witz ist auch die Tatsache, dass dem FPMG erstmals untersagt wurde, sich mit dem InfoMobil - sonst bei allen Auswärtsspielen DER Anlaufpunkt für die angereisten Borussen -  vor dem Gästeeingang aufzustellen. Die vorgebrachten Gründe sind abstrus. Verantwortlich ist hier allerdings nicht der Verein, verantwortlich sind die Stadt und die Polizei Freiburg. Sieht man vom Sportlichen mal ab, fuhr Fan bislang mit neutral-positiven Empfindungen in die Stadt mit ihren Bächle. Diese Maßnahme kratzt  nun ganz gewaltig am Image eines liberalen und weltoffenen Studentenstädtchens. Liebe Verantwortliche, Eure Entscheidung solltet Ihr noch einmal überdenken und für die kommenden Spielzeiten wieder zur gewohnten Handhabung zurückkehren! Die Betreuung von Gästefans, ja, Gastfreundschaft als solche geht jedenfalls anders!

 

Der gewohnte Anlaufpunkt für die Fanszene ist uns also genommen. Das FanMobil reist unter diesen Umständen gar NICHT erst an. Vom FPMG wird „DK“ als Ansprechpartner vor Ort sein und sich am Fan - Truck der Borussia aufhalten. Bei ihm können alle AFK-Anwärter ihr heißbegehrtes Kreuzchen eintragen lassen. Alle weiteren Infos haben die Fanbeauftragten Borussias zusammengestellt. Das Wetter bleibt winterlich.  Daher: kommt gut an und im Anschluss an die Partie wieder gut nach Hause zurück!