Noch immer kein Derbyfieber?

Wird Zeit, auf Betriebstemperatur zu kommen. Die Winterpause war verdammt kurz, ein Winter selbst bislang noch so gar nicht zu spüren. Der Verzicht auf das Trainingslager zum Jahreswechsel war für einige Fans schmerzlich, Borussia selbst hat möglicherweise aber alles richtig gemacht. Trainiert werden konnte jedenfalls gut, An- und Abreise fielen weg, und sparen konnte man zudem. Kohle, die man nun sinnvoll in den Kader investieren kann. Wie gut die Entscheidung wirklich war, werden wir in den nächsten Wochen sehen.

 

Der Derbysieg gleich zum Saisonstart hatte Signalwirkung: Borussias Hinrunde verlief schwankend, unterm Strich erarbeitete man sich aber eine hervorragende Ausgangsposition für die Rückrunde. Der rheinische Rivale erlebte hingegen einen Absturz: Die Leistungen der Vorsaison konnten nicht mehr abgerufen werden, die Ausbeute der ersten Europapokalsaison nach langer Zeit war mager, und in der Liga gelang erst am 17. Spieltag der erste Dreier. Geht vom kommenden Sonntag wieder ein Signal aus? Sicher: ein Sieg im Derby zum Auftakt der Rückrunde könnte rheinaufwärts wieder ein wenig Hoffnung bringen, einen Schub auslösen. Ist das rettende Ufer, realistisch gesehen, aber nicht schon zu weit entfernt? Man müsste ja einen besseren Punkteschnitt auf den Rasen bringen als in der Saison 2016/17.


„Kölle steigt ab, steigt ab, Kölle...“ wird man in den nächsten Wochen sicher häufiger hören, mit Inbrunst von vielen Gladbachern gesungen. Einige Gladbacher schauen aber bereits wehmütig auf die nächste Saison, in der wichtige, fest eingeplante Punkte für was auch immer fehlen könnten, mit Sicherheit aber ein emotionales Derby. Dritte Halbzeiten wollen wir nicht, aber Gegner auch auf den Rängen, in der gegenüberliegenden Kurve, mit denen man sich stimmgewaltig und auf Augenhöhe messen kann. Leere Gästeblöcke oder Kunden, die sich vor ein Marketingprodukt spannen lassen, braucht jedenfalls kein Mensch. Dann doch lieber gegen den „Äffzeh“. Nun, das eine Spiel macht den Kohl nicht fett, kann aber eine Richtung vorgeben. Wir sollten daher auf uns schauen, und die so wichtigen drei Punkte in guter Tradition aus Müngersdorf entführen. Das wird nicht einfach werden.


In den letzten sechs Spiele ging der Sieger mit einem Tor mehr vom Platz, davor gab es sogar ein seltenes 0:0. Mannschaft und sportliche Führung scheinen aber mental gut vorbereitet zu sein. Die Spieler haben die Wichtigkeit des Spiels verinnerlicht. Für Max Eberl ist es „Unabhängig von Tabellenregionen kein normales Bundesligaspiel,“ sondern „ein Derby, was wir gewinnen wollen.“ Dieter Hecking streift sogleich die Favoritenrolle ab: „Derby ist immer eng. Derby heißt immer Kampf, heißt immer Mentalität, heißt immer große Bereitschaft, viel zu investieren in diese Spiele. Und das müssen wir machen. Wir müssen die gesunde Mentalität mitbringen für so ein Derby. Wir haben die spielerische Qualität, um Köln zu Hause weh zu tun.“


Gehen wir mal davon aus, dass unsere Jungs das auf den Rasen bringen, was sie sich vorgenommen haben. Es wird sicher ein heißer Ritt. Wollen wir die Jungs also entsprechend unterstützen: lasst uns unserer Teil dazu beitragen, mit Schwung ins Jahr 2018 zu kommen! Am Ende der Saison warten wieder Früchte: Europa ist greifbar. Auch das ist realistisch. Europa ist für uns Fans ein Traum, für Borussia mittelfristig aber die Grundlage, sich sportlich im ersten Drittel der Liga dauerhaft zu etablieren. Man denke allein an den Anreiz junger Talente, sich für die Borussia zu entscheiden. Der Weg zum internationalen Geschäft ist allerdings noch weit. Machen wir Sonntag den ersten Schritt und genießen dabei die Derbyatmosphäre. Es könnte ein wenig dauern, bis zur nächsten. Also, raus aus dem Winterschlaf, gebt Vollgas auf den Rängen!


Nach den Erfahrungen der letzten Saison, in der es sowohl bei der Anreise am Hbf MG, als auch bei der Rückfahrt in Ehrenfeld zu nicht hinnehmbaren Zuständen kam, können wir Euch eine Anreise mit der Bahn nicht ohne Bedenken empfehlen. Man scheint diesmal allerdings besser vorbereitet: so werden statt einem zwei Entlastungszüge eingesetzt, auf Hin- und Rückfahrt. Hin fahren die Züge durch, zurück wird öfter gehalten. Hier findet ihr die entsprechenden Zeiten.

Wir hoffen, dass es dadurch eine Entlastung gibt, die den Namen auch verdient. Beachtet bitte das Verbot für das Mitführen von Glasflaschen sowie Getränkedosen in den Zügen der Deutschen Bahn sowie der KVB. Dies gilt auch auf den Bahnhöfen sowie für das Umfeld des Stadions. Solltet ihr mit dem Auto anreisen, empfehlen wir euch eine frühzeitige Anreise. Lasst euch nicht abziehen! Verzichtet am besten gleich auf auffällige Fankleidung und lasst keine Fahnen und dergleichen offen in den Autos und Bussen liegen! Abgabemöglichkeit für Taschen und Rücksäcke im Gästebereich gibt es nicht. Der Andrang vor den Blöcken wird groß sein. Zu den Vorjahren gibt es hier eine Neuerung, nämlich strikt getrennte Eingänge für den Steh- und den Sitzplatzbereich:


•    Fans mit STEHplatzkarte müssen die LINKEN Eingänge nutzen.
•    Fans mit SITZplatzkarte müssen die RECHTEN Eingänge nutzen


Ein Blockwechsel ist anschließend nicht mehr möglich! Die Bereiche sind durch einen Zaun voneinander getrennt. Das InfoMobil des FPMG wird NICHT vor Ort sein. Weitere Infos findet ihr wie immer bei den Fanbeauftragten Borussias. Gute Anreise und ein friedliches, aber stimmungsvolles Derby!