Wir ALLE wollen nur das eine: Borussia siegen sehen

Diese Aussage ist so einfach wie wahr. Ein Teil der Fanszene spricht allerdings einem anderen Teil ab, das Wohl und Wehe Borussias an oberster Stelle zu setzen und fühlt sich vor allem durch den Boulevard in ihrer Meinung bestärkt. Hier ist von Selbstdarstellung, Wichtigtuerei und Uneinsichtigkeit die Rede. Tatsache ist, dass die Kritisierten wiederum Ähnliches in umgekehrter Richtung denken, allerdings auf einer anderen Ebene und folglich mit anderen Argumenten.

 

Die Vorwürfe hier: fehlender, bedingungsloser Support, sich vor den Karren einer kommerzialisierten Welt spannen zu lassen sowie Eventpublikum, das bei fehlendem, sportlichem Erfolg frühzeitig das Stadion verlässt oder gleich ganz fern bleibt. Bei einigen Fans sind die Argumente nicht von der Hand zu weisen. Das Gros der Fans, insbesondere in der Nordkurve, möchte jedoch dasselbe, nämlich den Erfolg Borussia verbunden mit dem Wunsch der Verein ihres Herzens möge so bleiben wie er ist. Der vermeintlich unüberwindbare Gegensatz entsteht durch eine unterschiedliche Einstellung: hier Pragmatismus, dort Prinzipientreue.

 

Auf der einen Seite ist es die pragmatische Einstellung, Borussia müsse immer gewinnen, egal gegen wen, wo und wie. Der Fokus liegt auf dem aktuellen, dem nächsten Spiel, zum Teil auch verbunden mit dem Gefühl der Ohnmacht, gegen die Entwicklung im Fußball, insbesondere gegen RB eh nichts (mehr) ausrichten zu können. Auf der anderen Seite der standhafte Hinweis darauf, dass RB nicht irgendein Verein ist, und dass vor allem dessen Auftreten und Gebaren den Fußball, wie wir in kennen, lieben und leben, massiv bedroht wird. Das Spiel gegen RB wird also verknüpft mit der Sorge, auch in Zukunft Erfolge mit Borussia erleben zu können, obwohl sich der Fußball immer kommerzieller entwickelt.

 

Und tatsächlich ist dies eine Gefahr, die Borussia, die unser aller Leidenschaft, bedroht. Diese Gefahr abzuwehren ist einfacher gesagt als getan. Borussia sucht selbst Antworten auf die Frage: Wie kann ich mithalten, wenn die 50+1-Regel mehr und mehr aufgeweicht wird oder, nicht unrealistisch, bald völlig kippt. Noch stemmt sich die DFL dem Ansinnen eines Martin Kind, wie wir heute wieder erfahren. Doch immer mehr Vereine suchen ihr Heil im Verkauf ihres Tafelsilbers und konterkarieren in der Summe massiv einen fairen Wettbewerb. Doch, was einmal weg ist, ist für immer verloren. Auch Borussias Geschäftsführer Schippers wird nicht müde, darauf hinzuweisen. Wir können uns glücklich schätzen, dass unsere Vereinsführung beharrlich für die Beibehaltung der 50+1-Regel ist. Leider nimmt die Zahl der Mitstreiter, der Verfechter der Regel,  bei den Bundesligisten stetig ab.

 

Egal ob man im vergangenen Samstag hier oder dort stand bzw. saß: die allermeisten, die sich Gedanken um den Fußball in Deutschland machen, befanden sich in einem Gewissenskonflikt: einerseits sehen sehr viele die Notwendigkeit, das Konstrukt RB zu kritisieren, andererseits möchte man der Borussia zu keiner Zeit die Unterstützung verwehren. Die unterschiedliche Herangehensweise verdeckt momentan massiv die Realität, denn eigentlich wollen alle im Stadion das Gleiche: Borussia siegen sehen!

 

Sicher sind die Ultras die aktuelle Triebfeder, ein Fingerzeig gegen den Kommerz. Allerdings ist es auch schon seit nun mehr 30 Jahren beim FPMG Tradition, Position zu beziehen, um unsere Werte zu schützen. Leere Blöcke auf dem Bökelberg oder Proteste gegen die Versitzplatzung der Stadien, sind nur einige Beispiele aus der Vergangenheit. Und vehemente Verfechter von 50+1 sind wir seit Jahr und Tag. Das mag in der öffentlichen Wahrnehmung etwas verschwunden sein, da wir durch unsere erfolgreiche Arbeit vieles erreicht haben, was heute einfach selbstverständlich erscheint, etwa die 14.000 Stehplätze im BORUSSIA-PARK. Aber es wurde alles hart erkämpft und leidenschaftlich diskutiert. Wir wünschen uns auch in den kommenden Tagen konstruktive Gespräche aller Beteiligten.

 

Wichtig ist es, wieder mehr Verständnis für einander zu entwickeln. Das beginnt mit Erklären und Zuhören. Hehre Absichten und Ziele werden nicht selten falsch wahrgenommen. Auch lässt sich über die Mittel und Wege streiten. Anders ausgedrückt: Viele Wege führen nach Rom. Wenn Rom einmal als gemeinsames Ziel gesehen und anerkannt wird, sollten und müssen wir einen gemeinsamen Weg finden. Wir laden euch daher zu einer Podiumsdiskussion im bzw. am FanHaus ein. Diese findet gleich nach Öffnung des FanHauses am 18. Februar 2018 um 14 Uhr, vor dem Spiel gegen die Mannschaft aus dem Westfälischen, statt.

 

Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Fans kommen und sich konstruktiv an der Debatte beteiligen. Wir möchten vor allem all denjenigen die Plattform für einen persönlichen Austausch geben, die sich bislang überwiegend in Foren und sozialen Medien geäußert haben. Wir freuen uns über jeden, der meint, zur aktiven Fanszene zu gehören und vor allem über all jene, die das Gefühl haben, nicht ausreichend Gehör zu bekommen. Gefragt sind nach einer sachlichen Aussprache gerne kreative und hilfreiche Ideen für ein besseres Miteinander im und außerhalb des Blocks. Auf diese Weise bekommen wir auch wieder einen besseren Support hin. Wir haben so viel Potenzial - lasst es uns ausschöpfen, um die Jungs auf dem Platz zu unterstützen! Denn nur gemeinsam sind wir stark!

 

Wir rufen euch daher auf: kommt am 18.02.18 um 14 Uhr ins FanHaus!